Panorama der Umbauphase im Hof von Friends: neue rote Ziegeldächer, verputzte Rohwände, neue Fenster und Türen, davor aufgeschütteter Sand und Schotter

Seit mehr als 13 Jahren

Der Umbau von The Farm & Friends

Erhalten, weiterbauen, neu nutzen – der Weg, den die beiden Höfe gegangen sind.

Vom Übernehmen zum Weiterbauen

Damals wurde eben noch anders gebaut.

Und genau diese alten Formen, Materialien und Strukturen sollen erhalten bleiben.

Seit Ming Poon und Steffen Baermann die Höfe übernommen haben, wird deshalb versucht, möglichst viel der vorhandenen Bausubstanz weiterzuverwenden: alte Klinkersteine, historische Balken, bestehende Grundrisse und die manchmal etwas eigensinnigen Formen der alten Gebäude.

Nicht alles lässt sich retten. Aber vieles lässt sich weiterdenken.

Als Ming und Steffen die beiden Höfe übernahmen, war bei beiden Gebäudeensembles viel zu tun. Über Jahre wurden Teile behutsam saniert, andere mussten neu gedacht und manche ganz neu aufgebaut werden.

Der Stall auf The Farm nach dem Einsturz des Dachs: die Dachbalken sind entfernt, nur die alten Ziegelmauern und der weiß gekalkte Giebel stehen noch

The Farm

The Farm – vom alten Hof zur Gegenwart

Als The Farm übernommen wurde, befanden sich Teile des Hofes in einem erheblich schlechten Zustand. Gebäude hatten lange leer gestanden, Bäume und Pflanzen waren über Jahre wild gewachsen und ein alter Stall war so stark beschädigt, dass er vollständig abgerissen werden musste.

Zum Glück konnten viele der alten Ziegel gerettet und später an anderer Stelle wiederverwendet werden.

Seitdem wird der Hof Schritt für Schritt saniert und weiterentwickelt.

Dabei geht es nicht darum, aus einem alten Bauernhof einen Neubau mit historischer Dekoration zu machen. Wo immer es möglich ist, bleiben die vorhandenen Strukturen sichtbar und bestimmen auch die heutige Gestaltung.

So entwickelt sich The Farm seit inzwischen mehr als 13 Jahren weiter.

Blick in den Innenhof von The Farm auf den alten Stall: rohe Ziegelwand mit alten Holztüren, dahinter ein Erdhügel mit Schnee
The Farm: Blick in den Innenhof auf den alten Stall.
Blick in den Garten von The Farm im Winter 2013: frisch gepflanzte junge Bäume mit Stützgerüsten und die neue Hecke am Zaun, dahinter offene Felder
The Farm: Blick in den Garten im Winter 2013, nach der Pflanzung der ersten Bäume und der Hecke.
Neu entstehender Giebel auf The Farm: Ziegelmauerwerk mit Unterspannbahn, umgeben von einem aufwendigen Baugerüst mit Treppentürmen
The Farm: Der Giebel entsteht neu. Das alte Asbest wurde fachmännisch entsorgt, dazu aufwendiger Gerüstbau zur Sicherheit der Arbeitenden.
Neu aufgemauerte Wand aus alten Klinkersteinen auf The Farm, davor ein Gerüst
The Farm: Wiederverwendung von alten Klinkersteinen.
Langer offener Graben im Garten von The Farm für eine neue Wasserleitung, im Hintergrund das Klinkergebäude mit Solardach
The Farm: Der Garten wird umgegraben für eine neue Wasserleitung — damit überall im Garten Wasser verfügbar ist.

Friends

Friends – der große Umbau

Dabei ist vieles bewusst nicht begradigt worden.

Alte Grundrisse bleiben bestehen. Balken dürfen sichtbar sein. Alte Klinker bekommen ein zweites Leben. Unterschiedliche Ebenen, verwinkelte Räume und Eigenheiten der Gebäude werden nicht versteckt, sondern gehören heute zum Charakter von The Farm & Friends.

Blick in den alten Theatersaal auf Friends vor dem Umbau: marode Kassettendecke, dunkle Holzstützen, alte Kronleuchter und rechts vorne das durchgefaulte Dach
Friends: Blick in den alten Theatersaal mit maroder Kassettendecke — wer genau hinschaut, entdeckt rechts vorne das durchgefaulte Dach.
Die alte Kneipe auf Friends vor dem Umbau: Gardinen an den Fenstern, alte Lampen, Kachelofen und der hölzerne Tresen
Friends: In der alten Kneipe hingen noch Gardinen und Lampen — der Tresen musste entfernt werden.
Das ehemalige Lager auf Friends vor dem Umbau: dunkler Raum mit rohen Wänden, altem Fahrrad und Gerümpel — heute der Eingang in den Club Kosmos
Friends: ehemaliges Lager — heute der Eingang in den Club Kosmos.
Blick in den verwahrlosten Garten auf Friends: hohes Gras, wilde Hecken, wilder Wein an der alten Mauer und eine grob gezimmerte Holzbank
Friends: Blick in den verwahrlosten Garten.
Blick auf das alte Dach des Theatersaals auf Friends: durchgefaulte Dachpappe, Wellplatten über dem Anbau und wilder Wein an der Wand
Friends: Blick auf das Dach des Theatersaals mit der durchgefaulten Dachpappe. Das gesamte Dach und 80 % des Gebälks mussten ersetzt werden. Eine Aufdachdämmung lässt die Balkenlage heute sichtbar bleiben.
Die alten Toilettenanlagen auf Friends vor dem Umbau: enge Kabine mit blau-weißen Fliesen, altem WC und kleinem Waschbecken
Friends: eher unschön anzusehen — die alten Toilettenanlagen.

Der Ausbau erfolgt seit 2022 Schritt für Schritt und wird voraussichtlich 2027 weitgehend abgeschlossen sein.

Panorama der Umbauphase im Hof von Friends: neue rote Ziegeldächer, verputzte Rohwände, neue Fenster und Türen, davor aufgeschütteter Sand und Schotter
Friends in der Umbauphase im Hof: Dächer komplett neu, Wände neu, Fenster neu — nur der Kern der Gebäude wurde erhalten.
Abriss der alten Pferche im Stall auf Friends: rohe Wände, alte Deckenbalken, gemauerte Trennwand und Bauschutt in der Schubkarre
Friends: Abriss der alten Pferche im Stall — heute steht hier der DJ im Club Kosmos.
Mit Bauschutt der abgerissenen Tierpferche beladener Anhänger vor dem Hof, dahinter ein roter Transporter in der Dorfstraße
Friends: Der Schutt der Tierpferche. Entsorgt wurde nicht in Containern, sondern in vielen Eimern von Hand hinausgetragen und mit dem Anhänger abgefahren.
Theatersaal von Friends im Umbau: freigelegte alte Deckenbalken, entfernte abgehängte Decke, Rollgerüst und Leiter vor der Bühnenöffnung
Friends: Der Theatersaal im Umbau. Die Balkenlage ist entkernt, die abgehängte Decke entfernt. Mehr als vier Tonnen Presspan wurden von Hand demontiert und entsorgt, um die Balken nicht zu beschädigen.
Blick in den Theatersaal von Friends im Rohbau: freigelegte Ziegelwände, rot markierte geplante Fensteröffnung und aufgestemmter Boden für neue Abflussleitungen
Friends: Blick in den Theatersaal und das geplante zusätzliche Fenster. An der Wand wurde der gesamte Boden entfernt, damit neue Abflussleitungen verlegt werden konnten.
Alter weißer Kohleofen mit gusseiserner Platte und offener Ofentür in der alten Gastroküche von Friends
Friends: Der alte Ofen in der Gastroküche — heute stehen hier moderne Induktionskochfelder.
Anlieferung: Paletten mit Silka-Kalksandsteinen für den Biergarten stehen auf der Dorfstraße neben den Gebäuden von Friends
Friends: Anlieferung eines Sattelschleppers mit Steinen für den Biergarten. Weil der Trecker nicht genug Kraft hatte, mussten die Paletten halb von Hand abgepackt werden, damit er sie heben konnte.
Steffen schaufelt Sand von Hand vor einem roten Betonmischer beim Bau des Fundaments für die Gartenmauer bei Friends
Friends: Das Fundament für die Gartenmauer entsteht. Beton von Hand, weil der Betonmischer nicht durch die Hofeinfahrt gepasst hat — ein Container Sand und zig Paletten Zement. Nach drei Tagen nicht nur Schwielen an den Händen, sondern für den Unternehmensberater auch der Nachweis: Echte Arbeit lohnt sich, ist aber verdammt hart.
Bau der Bühne im Theatersaal von Friends: Holzbalken als Unterkonstruktion und erste OSB-Platten vor der schwarz gestrichenen Bühnenwand
Friends: Die Bühne im Theatersaal entsteht und wird leicht angehoben. Anschließend komplett von innen mit Schaum aufgefüllt, damit kein Resonanzkörper entsteht.
Rohe Eichenbohlen, mit Schraubzwingen verspannt, in der Werkstatt von Friends — Material für die selbstgebaute irische Bar
Friends: Eichenholz aus Hannover, 1,5 Tonnen. Hier entsteht die irische Bar — selbstgemacht.

Ganz fertig wird ein solcher Ort wahrscheinlich trotzdem nie.

Denn während die alte Substanz bewahrt wird, entstehen gleichzeitig immer wieder neue Nutzungen, Räume und Ideen.

So verbinden sich beide Höfe

So verbinden sich in beiden Höfen Vergangenheit und Gegenwart:

Gebäude, die seit Generationen Menschen zusammengebracht haben – und die heute wieder genau dafür genutzt werden.