Historische Schwarzweiß-Aufnahme einer großen Hochzeitsgesellschaft vor dem Gasthof in Bräsen

Seit 1417

Die Geschichte von The Farm & Friends

Zwei Höfe, viele Geschichten – und seit Generationen Orte der Begegnung.

Hochzeitgesellschaft. Vermutlich 1937–41.

Mit viel Recherche und ein wenig Hartnäckigkeit konnten Ming und Steffen einige historische Fotografien aus dieser Zeit aufspüren. Ein Teil davon hängt heute in der kleinen irischen Kneipe von Friends.

Damit setzen Ming und Steffen eine Tradition fort, die vermutlich schon seit über 100 Jahren besteht:

ein Ort der Begegnung, an dem Menschen zusammenkommen.

Zwei Höfe mit Geschichte

Bräsen wurde 1417 erstmals urkundlich erwähnt und geht vermutlich auf eine sorbische Siedlung zurück. Auch der Name des Dorfes soll sich auf die Birke beziehen. Besiedelt ist diese Gegend jedoch schon wesentlich länger.

Das Bauerndorf, wie es heute noch in Teilen erkennbar ist, entwickelte sich über viele Generationen. Auch die beiden Höfe von The Farm & Friends tragen diese Geschichte in sich. Ganz genau lassen sich ihre Ursprünge heute nicht mehr datieren. Ein großer Teil der Gebäude entstand vermutlich zwischen etwa 1850 und 1900.

Wer heute durch die Häuser geht, entdeckt noch viele Spuren dieser Zeit.

In manchen Wänden findet sich altes Fachwerk. In den Dachgeschossen sind, soweit sie erhalten werden konnten, mächtige alte Holzbalken sichtbar. Einer der Balken im Bauernhaus von The Farm ist mehr als zwölf Meter lang und aus einem Stück gearbeitet.

Historische Postkarte „Bräsen bei Hundeluft i. Anhalt“: Sandstraße am Kiefernwald, Frauen in weißen Blusen und langen Röcken, links die Höfe des Dorfes
Historische Schwarzweiß-Aufnahme der Dorfstraße in Bräsen mit Wartburg-Limousinen vor Scheune und Klinkerhaus

The Farm

The Farm – ein Hof mit Geschichten

Und hinter manchen Mauern steckt mehr Geschichte, als man auf den ersten Blick vermutet.

Im Bauernhaus befand sich beispielsweise früher einmal die örtliche Poststelle von Bräsen. Außerdem lebten dort zeitweise mehrere Familien gleichzeitig.

Wie unmittelbar solche Geschichten noch immer sind, zeigte ein Gespräch mit einer damals 98-jährigen Bräsenerin. Beim Gang durch das Haus erinnerte sie sich plötzlich daran, dass ihr genau hier als jungem Mädchen von einer Schneiderin ihr erstes Kleid genäht worden war.

Solche Geschichten stehen in keinem Grundbuch.

Aber sie erzählen vielleicht mehr über einen Ort als manche Jahreszahl.

Friends

Friends – die alte Dorfgaststätte

Noch ungewöhnlicher ist die Geschichte des zweiten Hofes, Friends.

Auch dieses Gebäudeensemble ist ein ehemaliger Vierseitenhof. Über seine frühere Nutzung haben sich zahlreiche Geschichten im Dorf erhalten.

So soll sich während der Kriegszeit im heutigen Theatersaal zeitweise ein Hospital befunden haben.

Wer heute genau hinschaut, entdeckt an einigen der alten Deckenbalken noch Haken und andere Spuren früherer Nutzungen. Auch eine Schmiede soll sich einmal auf dem Hof befunden haben.

Der Hof von Friends: weiße Gebäude mit rotem Ziegeldach, warm erleuchtete Fenster und große Rasenfläche im Abendlicht
Historische Aufnahme des alten Dorfteichs in Bräsen: Bäume am Ufer, dahinter ein kleines Haus mit bemalter Fassade
Blick auf den alten Dorfteich.

Spätestens seit etwa 1900 ist jedoch eine andere Nutzung gut überliefert:

Der Hof wurde zur Dorfgaststätte.

Ihr erster Name soll „Glück auf“ gewesen sein.

Historische Aufnahme des Gasthofs ‚Glück auf‘ in Bräsen: Wirtsleute und Kinder vor dem Eingang, darüber das Schild mit Fernsprecher 34
Eines der ersten Bilder des Gasthofes „Glück auf“ — auf dem Schild steht „Fernsprecher 34“. Hier gab es wohl eines der ersten Telefone im Dorf.

Der Name hatte einen sehr lokalen Hintergrund. In Bräsen gab es damals tatsächlich eine Kohlegrube. Dort, wo einst Kohle abgebaut wurde, befindet sich heute ein kleiner See beziehungsweise Teich, etwa ein bis zwei Kilometer von Friends entfernt, der heute eher zum Spazierengehen und Erholen einlädt.

Historische Aufnahme „Bräsen Kohlgrube“: stiller Teich mit Schilf im Vordergrund, dahinter dichter Baumbestand
Die alte Kohlgrube in Bräsen — heute ein stiller Teich zum Spazieren und Erholen.

Später wurde die Gaststätte unter dem Namen „Gaststätte Große“ geführt. Die Nachfahren der Familie Große leben bis heute im Ort.

Historische Aufnahme einer Festgesellschaft vor dem Gasthof Franz Große in Bräsen, darüber die Schilder ‚Gasthof‘ und ‚Logis‘
Ein altes Bild — vermutlich eine Hochzeitsgesellschaft vor dem Gasthof. Das Schild verrät: Schon damals gab es „Logis“, Gäste konnten hier in den Fremdenzimmern übernachten.

Über viele Jahrzehnte waren Gaststätte, Kneipe und Saal ein fester Bestandteil des Dorflebens.

Hier wurde gelacht, getrunken und getanzt — und vor allem kam man zusammen.

Erzählt wird auch von russischen Offizieren, die während der DDR-Zeit in der Kneipe einkehrten. Nicht immer unproblematisch. Angeblich befand sich im Wald eine alte Bunkeranlage.

Historische Aufnahme einer Spielmannsgruppe in Kostümen vor der Dorfgaststätte in Bräsen
Eine Spielmannsgruppe vor der Gaststätte — mit Zylinder, Umhängen und einem Radio im Kinderwagen.
Historische Aufnahme: Gäste vor dem Eingang des Gasthofs, der mit Birken geschmückt ist
Gäste vor dem Eingang von Friends — der Eingang ist mit Birken geschmückt.

Nach der Wende ging der Saal in die Hände der Stadt Coswig über. Der Raum wurde für selbst organisierte Feiern hergerichtet und die Damen des Ortes berichten von Sport- und Tanzübungen. Leider verfiel der Saal immer mehr. 2022, bei der Übernahme durch Ming und Steffen, war das Dach so vergammelt, dass Regen in den Saal kam — mit Pfützen und Schimmelbefall.

Wer genau wissen will, wie es ausgesehen hat, schaut zur Seite „Umbau“.