
Residenzen und Probenphasen
Kunst & Residenzen
Zeit, Raum — und die Freiheit, offen zu lassen, was daraus wird.
Künstlerische Arbeit bekommt selten beides zugleich: Ruhe und Infrastruktur. Hier gibt es beides. Ein Dorf, in dem nichts drängt. Zimmer für ein ganzes Ensemble oder ein einzelnes, stilles. Eine echte Bühne mit professionellem Licht und Ton. Eine Werkstatt mit 3D-Druck und Laser. Und einen Garten, in dem man einen Gedanken auch mal spazieren führen kann.
Was daraus wird, entscheidet ihr.
Manche kommen, um sich zurückzuziehen: schreiben, komponieren, denken — ohne Publikum, ohne Abgabetermin, ohne die Frage, was am Ende dabei herauskommt. Wer nach vier Wochen abreist und nichts gezeigt hat, hat diesen Ort genauso richtig genutzt wie jeder andere.


Andere kommen zum Forschen. Material erproben in der Werkstatt, Szenen versuchen auf der Bühne, an Konzepten bauen — allein oder, noch lieber, gemeinsam: Künstlerinnen und Künstler, die sich für eine Arbeitsphase zusammentun. Disziplinen, die sich sonst nie begegnen würden. Wochen, in denen man sich gegenseitig über die Schulter schaut. Und wessen Arbeit sich mit Stadt und Land, mit Gemeinschaft oder ländlichen Lebenswelten beschäftigt, findet das Thema hier nicht auf Papier, sondern vor der Tür — samt Menschen aus Dorf und Region, die sich gern einbeziehen lassen. Dann wird das Forschen selbst zu dem, wofür dieser Ort steht: Begegnung.


Und wieder andere kommen, um zu produzieren. Proben auf einer echten Bühne, Tag und Nacht, mit Betten gleich daneben — was andernorts schnell teuer wird, gehört hier einfach dazu. Wenn euer Vorhaben passt und ihr es zeigen wollt, kann daraus gemeinsam mit dem Verein BRÄSEN für Alle e.V. ein Abend vor Publikum werden: ein Theaterabend, ein Konzert, ein Showing für das Dorf und die Region. Eine Möglichkeit, keine Erwartung.
Ming, einer der beiden Gastgeber, ist selbst Künstler und Choreograf. Seine Praxis — Menschen vom Zuschauen ins Mitmachen zu holen — prägt, welche Vorhaben hierher passen: solche, die den Ort nicht als Kulisse benutzen, sondern mit ihm arbeiten. Wir wählen aus, ohne zu kuratieren. Erzählt uns, was ihr vorhabt, was ihr braucht — und was offen bleiben darf.
